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20. August 2010

Satire, Poesie und Akrobatik
Das siebte Bayreuther Skalpell präsentierte sich mit vielseitigem kleinkünstlerischen Programm.

Von Sandra Buchwald

Bayreuth. Als spannende Wundertüte der Kleinkunst präsentierte sich auch das siebte Bayreuther Skalpell. Als „heiß und scharf“ hatten die Macher des Skalpells, Hans Hofmann, Sandy Wolfrum und Klaus Wührl, die Augustausgabe des Klein kunst events angekündigt – und dabei nicht zu viel versprochen.

Proppenvoll war die Rosenau am Mittwochabend – ein Anblick, bei dem sich Klaus Wührl einen Seitenhieb auf den Grünen Hügel nicht verkneifen konnte: „Da soll mal einer sagen, dass woanders nix los ist, wenn der Wagners Richie spielt.“

Unterfränkischer Gesang

Der unterfränkische Liedermacher Klaus Willig übernahm den ersten Gesangspart und brachte seine Zuhörer mit seiner musikalischen Schilderung des alltäglichen Lebens zum Schmunzeln. Fanatischen Gesundheitswahn („Wer abnimmt, schaut doch immer aweng krank aus“) und seine Erfahrungen als Hausmann nahm der Songpoet an der Gitarre dabei ebenso auf die Schippe wie den Rückblick auf seine Jugendzeit: „In meiner Erinnerung war ich schöner als Heidi Klum.“

„Der ist sogar noch besser als ich“, hatte Klaus Wührl augenzwinkernd den Auftritt von Frederic Hormuth angekündigt. Vorschußlorbeeren, die der Heppenheimer Kabarettist mit einer grandiosen Mischung aus Entertainment und beißendem Politspott mühelos einlöste. Die geplante Umverteilung der Restlaufzeiten von Kernkraftwerken („Das ist ja so, als würde Johannes Heesters die Lebenserwartung seiner jungen Frau angerechnet bekommen“) nahm er ebenso auf die Schippe wie die neue Hornbrille von Frank-Walter Steinmeier („die Reinkarnation Herbert Wehners“) oder die Sozialpolitik der Freien Demokraten.

Ein beeindruckendes musikalisches Heimspiel lieferte der Bayreuther Capote (Timo Rennemann) ab. „Junge, kann der singen“ mag sich wohl der eine oder anderen angesichts dieser unverwechselbaren Stimme gedacht haben. Ein prima Mix aus Blues, Soul und Folk, der mit Riesenbeifall belohnt wurde.

Eine extravagante Mischung präsentierte der in Dresden lebende Kabarettist Hartmut Krug. Seine kritischen und bewegenden Texte über brisante Themen wie Rechtsextremismus, Diskriminierung und Verletzung von Menschenrechten unterlegte der Künstler mit handgemachter Musik an der Gitarre. Ungewöhnlich, aber bestens passend dazu die Beleitung durch Streichinstrumente.

Mit einer Klasse-Kombination aus Varieté und Klamauk sorgte das Artistenpärchen Andrea und Axel S. für den krönenden Abschluss des Kleinkunstfeuerwerkes. Mit allerlei Kunststückchen am Hula-Hoop-Reifen, mit Diabolo-Jonglage und Flummis bewirkten die sympathischen Mainzer großes Staunen. Den Tonausfall des Technikteams nutzten sie für eine zum Schießen komische, improvisierte Klamauknummer, bei der sie die belustigten Zuhörer als Techno-Beat-Untermalung hernahmen und zudem mit einer schrägen Gesangsinterpretation glänzten. 

Mit freundlicher Genehmigung des Nordbayerischen Kurier

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